Was ist (Online-)Erfolg?

Zumindest was Erfolg nicht ist, beantwortet Jason Fried von 37signals in einem exzellenten Interview für das englischsprachige Inc.-Magazin unter dem Titel „The way I work„:

If a restaurant served more food than everybody else but lost money on every diner, would it be successful? No. But on the Internet, for some reason, if you have more users than everyone else, you’re successful. No, you’re not.

Oder sinngemäß auf Deutsch:

Wenn ein Restaurant mehr Mahlzeiten als alle anderen ausgäbe, aber pro Essen Geld verlieren würde, wäre das erfolgreich? Nein. Aber aus irgendeinem Grund bist Du im Internet erfolgreich, wenn Du mehr Nutzer als jeder andere hast. Nein, das bist Du nicht.

Wahre Worte, die den aktuellen Hype um YouTube, Twitter und hierzulande z.B. die VZ-Netzwerke treffend zusammenfassen. Das gab es auch um den Jahrtausendwechsel schon mal – wer damals schon mit der Online-Business-Szene beschäftigt war, der wird sich recht lebhaft erinnern. Insgesamt ist es wenig überraschend, dass die Situation sich immer wieder dort hin entwickelt: das liegt in der Natur der Menschen und es war nicht zu erwarten, dass sie sich in weniger als 10 Jahren grundlegend geändert haben.

Wenigstens solange Menschen an den Entscheidungsprozessen beteiligt sind, werden sich diese Zyklen wiederholen. Daher gilt bei Investments – sei es durch Geld in Aktien, die eigene Arbeitszeit oder sonstige Untnehmensbeteiligungen – gut abzuwägen, wo der eigene Einsatz am effizientesten angelegt ist. Sich bei diesen Entscheidungen auf den aktuellen Hype zu verlassen, kann später üble Kopfschmerzen bereiten.

Der Spatz in der Hand…

Bereits vorhandene (reale) Erfolge – und seien sie auch deutlich kleiner als die Traumschlösser in den Zukunftsvisionen der Gründer – sind dabei oft ein verlässlicherer Indikator als die eigene Phantasie, die oft genug von der Gier angefeuert wird.

Das soll nicht heißen, dass ein Erfolg wie Amazon oder eBay ohne jegliche Phantasie und nur mit Blick auf das vorhandene Geschäft möglich gewesen wären – aber wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, selbst das nächste Unternehmen dieser Größenordnung zu erschaffen?

Wer diesen Gedanken ein wenig vertiefen möchte, dem sei der Vortrag von Mr. Frieds Kollegen David Heinemeier Hansson aus dem Jahr 2008 empfohlen, der in diesem Zusammenhang wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passt:

David Heinemeier Hansson at Startup School 08 » (englisch)

Gabriel arbeitet seit einigen Jahren selbständig als Webentwickler und Berater. Er ist am einfachsten per E-Mail unter gabriel [ät] suralin.de zu erreichen. Außerdem freut er sich über Kontaktanfragen auf Twitter, Google+ und Facebook.

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